Hotel-Zimmer-Gast

Hotel-Zimmer-Gast / Hotel-Soba-Gost
Gast / Gost: Dr Thomas Meyer
Archiv / Arhiva: Angela Ljiljanić
Übersetzung / Prevod: Zorica Milisavljević
Attencione: Unser Archiv tourt seit 2007 unentwegt
Pažnja: Naša arhiva od 2007 neprestano putuje
Lucca, Belgrad, Bielefeld, Sarajevo,Tiflis
 
hotel_soba_gost_pdf
 

Vertrautheit / ?

Wie entsteht Vertrautheit in einem fremden Zimmer? Die gestellte Frage ergab sich bei einem ungezwungenen Kaffee unter Komplizen, in der Altstadt von Lucca. Eine Serie von 107 Hotelgeschichten, angelehnt an ebensovielen Grundrisszeichnungen, die einen Eindruck von dem jeweiligen Zimmer und dem Leben unterwegs skizzieren, folgten dieser Frage in ihr Innerstes. 107 Aufenthalte wurden so beschrieben, nicht in 107 verschiedenen Zimmern, sondern oftmals im gleichen Hotel, manchmal sogar im gleichen Zimmer. Das Hotel korreliert mit Mystifizierungen! Die Bilder liegen im Spannungsfeld von Luxusvorstellungen bis hin zur Stundenabsteige. Für die meisten Gäste ist das Hotel hingegen Bestandteil ortsungebunder Betriebsamkeit. Berufsbedingt müssen Angehörige verschiedenster Professionen mehr oder weniger große Anteile ihres Alltags in Hotelzimmern verbringen. Wie stellt sich dieser Alltag dar? Was steht in der Erfahrung dieses Lebensraumes im Vordergrund? Wie erobert sich der Gast diesen Raum? Was sucht der Gast? Luxus, Funktionalität oder ein Stück Zuhause? Sucht der Reisende Vertrautheit? Der handlungsreisende Gast und vornehmlich in Südosteuropa in der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit tätige Jurist und Projektmanager Dr. Thomas Meyer  dokumentierte zwei Jahre lang seine einzelnen Aufenthaltsstationen entlang seiner berufsbedingten Koordinaten: Hotelzimmer in den USA, Albanien, Bosnien und Herzegowina, Deutschland, Italien, Frankreich, Kroatien, Mazedonien, Montenegro und Serbien, sind auf seiner Route zu verzeichnen. Die Texte stehen mit Zeichnungen und Audioaufnahmen in einem zu untersuchenden Zusammenhang.

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Mit den vorliegenden Einzelberichten wird eine bekannt anmutende Dokumentation erstellt. Wie ein Tagebuch, das aber nur auf einen bestimmten Teilaspekt des Lebens gerichtet ist: die Unterbringung! Die Wiederholungen sind dem Konzept geschuldet, die Texte möglichst nicht nachzuarbeiten. Damit werden aber gerade Präferenzen verdeutlicht. Naturgemäß fließt die Persönlichkeit des Gastes ein, was durch Audioaufnahmen einzelner Texte unterstrichen wird. Die Texte stehen mit Zeichnungen und Audioaufnahmen in einem zu untersuchenden Zusammenhang. Die Rolle der Künstlerin ist während der Erstellung der Protokolle eine zumindest passive und die der Archivarin. Beteiligt an der Konzeption, hat sie wachsen lassen, was nicht abzusehen war. Erst nach der Erstellung greift sie wieder in den Prozess ein. Auch hier aber nicht, indem sie ein Material bearbeitet, sondern dieses archivirt und erneut Impulse setzt. Sie nimmt auf, was vorgefunden wird und lässt weiteres passieren. Ein weitergehender Prozess der nicht absehen lässt, ob und wann er aufhört ohne dabei zufällig zu sein.

        


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Tirana

 



Zagreb_Hotel International

 



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Eschborn_Hotel Mercure

 


Kopaonik